Hebel beim Trading erklärt: Was 1:20 wirklich heißt
Hebel 1:20 heißt: Mit 1.000 € Sicherheit bewegst du eine Position über 20.000 €. Gewinn und Verlust richten sich nach den 20.000 €. Steigt der Kurs um 1 %, verdienst du 200 € – das sind 20 % auf deine 1.000 €. Fällt er um 5 %, ist die gesamte Sicherheit weg.
So funktioniert der Hebel
Bei CFDs zahlst du nicht den vollen Positionswert, sondern hinterlegst nur einen Teil als Sicherheit, die Margin. Beim DAX sind das für Privatanleger 5 % – daraus ergibt sich der Hebel: 100 % ÷ 5 % = 20. Der Rest der Position ist nicht „geliehenes Geld“, das du zurückzahlen musst. Er wirkt aber genauso: Jede Kursbewegung trifft den vollen Positionswert.
Wirkung auf die Margin = Kursbewegung × Hebel
1.000 € Margin, Hebel 1:20, Positionswert 20.000 €
| Kurs | Gewinn/Verlust | auf die Margin |
|---|---|---|
| +2 % | +400 € | +40 % |
| +1 % | +200 € | +20 % |
| −1 % | −200 € | −20 % |
| −2,5 % | −500 € | −50 % |
| −5 % | −1.000 € | −100 % |
Hebel-Rechner
Wie viel Hebel erlaubt ist
Seit 2018 begrenzt die europäische Wertpapieraufsicht ESMA den Hebel für Privatkunden bei CFDs; die BaFin hat das 2019 in Deutschland dauerhaft übernommen. Die Höchstwerte hängen davon ab, wie stark ein Markt schwankt:
Höchsthebel für Privatkunden bei CFDs (ESMA)
| Basiswert | Hebel | Mindest-Margin |
|---|---|---|
| Große Währungspaare (z. B. EUR/USD) | 30:1 | 3,33 % |
| Große Indizes (z. B. DAX), Gold, andere Währungspaare | 20:1 | 5 % |
| Andere Rohstoffe, kleinere Indizes | 10:1 | 10 % |
| Einzelaktien | 5:1 | 20 % |
| Kryptowährungen | 2:1 | 50 % |
Der Hebel steckt in der Positionsgröße
Ein häufiger Denkfehler: „Hebel 1:20 ist gefährlich, also nehme ich weniger Hebel.“ Beim CFD-Broker ist der Hebel aber fest vorgegeben – was du wählst, ist das Volumen. Die eigentliche Frage lautet: Wie groß ist meine Position im Verhältnis zu meinem Konto?
- 10.000 € Konto, 0,1 Lot DAX (62.500 € Positionswert): Die Position ist 6,25-mal so groß wie das Konto. 1 % DAX-Bewegung = 625 € = 6,25 % des Kontos.
- 10.000 € Konto, 0,3 Lot DAX (187.500 €): 18,75-mal so groß. 1 % DAX-Bewegung = 1.875 € = fast ein Fünftel des Kontos.
Diese „tatsächliche“ Hebelwirkung auf das ganze Konto zeigt sich im Margin-Level: Je größer die Position, desto niedriger das Margin-Level und desto weniger Punkte trennen dich vom Stop-out. Wie viele es bei deiner Position sind, rechnet der DAX-CFD-Positionsrechner aus.
Aus eigener Erfahrung
Ich habe in zwei XTB-Demokonten DAX-CFDs mit Hebel 1:20 gehandelt und dabei zeitweise ein Margin-Level knapp über 100 % gehabt. Die Konten liefen am Ende gut – aber eine etwas stärkere Gegenbewegung hätte gereicht, um einen großen Teil zu verlieren. Genau dieses Gefühl, wie schnell der Puffer schmilzt, lässt sich mit Spielgeld gefahrlos lernen. Die Zahlen dazu stehen auf der Startseite.
Häufige Fragen zum Hebel
Was bedeutet Hebel 1:20?
Mit 1:20 bewegst du das Zwanzigfache deiner hinterlegten Sicherheit (Margin): Für eine Position über 20.000 € werden 1.000 € gebunden. Gewinn und Verlust richten sich nach den 20.000 €, deshalb wirkt 1 % Kursbewegung wie 20 % auf die Margin.
Welcher Hebel ist für Privatanleger erlaubt?
In der EU gelten für CFDs bei Privatkunden Höchsthebel je Anlageklasse: 30:1 für große Währungspaare, 20:1 für andere Währungspaare, Gold und große Indizes wie den DAX, 10:1 für andere Rohstoffe und kleinere Indizes, 5:1 für Einzelaktien und 2:1 für Kryptowährungen.
Macht ein höherer Hebel einen Trade riskanter?
Entscheidend ist die Positionsgröße im Verhältnis zum Konto. Der Hebel bestimmt, wie groß die Position mit dem vorhandenen Geld höchstens werden kann. Wer die Möglichkeit ausreizt, hat bei einer kleinen Gegenbewegung schon einen großen Teil des Kontos verloren.
Kann ich mit Hebel mehr verlieren, als auf dem Konto ist?
Bei CFD-Brokern in der EU gilt für Privatkunden ein Negativsaldoschutz: Das Konto kann nicht unter 0 € fallen. Bis 0 € kann der Verlust aber gehen – und mit Hebel geht das schnell.
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Risikohinweis
Dieser Ratgeber erklärt Begriffe und Rechenwege. Er ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung. CFDs sind komplexe Instrumente mit hohem Verlustrisiko durch die Hebelwirkung; laut ESMA verlieren 74–89 % der Konten von Privatanlegern beim CFD-Handel Geld. Mehr im Risikohinweis.
Quellen
- ESMA: Final product intervention measures on CFDs and binary options (01.06.2018) – Hebelgrenzen je Anlageklasse, Negativsaldoschutz
- BaFin: Allgemeinverfügung bezüglich Differenzgeschäften (CFD) vom 23.07.2019 – Übernahme in Deutschland
- ESMA: Pressemitteilung vom 27.03.2018 – Verlustquote 74–89 % der Privatkundenkonten