Paper Trading: Wie realistisch ist ein Demokonto?

Aktualisiert: · von Bastian Scherzinger · 6 Minuten Lesezeit

Ein Demokonto ist bei Kursen, Hebel und Rechenwegen sehr realistisch – bei den Gefühlen nicht. Mit Spielgeld hält man Verluste länger aus und hält sich leichter an Regeln. Paper Trading lohnt sich deshalb vor allem, um Abläufe, Begriffe und Risiko zu verstehen. Ob eine Strategie mit echtem Geld funktioniert, beweist es nicht.

Was ein Demokonto realistisch zeigt

  • Echte Kursbewegungen: Wie stark der DAX in einer Stunde schwankt, lässt sich nicht aus Büchern lernen.
  • Hebel und Margin: Wie schnell das Margin-Level fällt, wenn eine Position ins Minus läuft.
  • Kosten: Spread und Übernachtfinanzierung, sofern die Plattform sie abbildet – TRADEX tut das.
  • Bedienung: Volumen, Stop-Loss und Take-Profit setzen, ohne sich beim echten Trade zu vertippen.

Was ein Demokonto verschweigt

1. Die Gefühle

Der größte Unterschied. Ein Minus von 800 € tut im Demokonto nicht weh. Mit echtem Geld schließen viele zu früh mit kleinem Gewinn und halten Verluste zu lange in der Hoffnung, dass der Kurs zurückkommt. Ein Demokonto trainiert dieses Verhalten nicht – es kann aber Regeln trainieren, die dagegen helfen.

2. Die Ausführung

Im Demokonto wird jede Order sofort und vollständig zum angezeigten Kurs ausgeführt. In echten Märkten kann der Kurs bei schnellen Bewegungen springen; ein Stop-Loss wird dann schlechter ausgeführt als geplant. TRADEX führt Stops deshalb zum ersten Kurs jenseits der Marke aus, nicht exakt auf der Marke.

3. Das Glück

Ein guter Monat sagt wenig. Meine eigenen XTB-Demokonten sind im Herbst 2026 von zusammen 20.000 € auf über 36.000 € gestiegen – mit Hebel 1:20 und zeitweise einem Margin-Level knapp über 100 %. Das ging gut, hätte bei einer stärkeren Gegenbewegung aber auch einen großen Teil kosten können. Die Zahlen stehen offen auf der Startseite, mit allen Einschränkungen.

Fünf Regeln, damit Üben mit Spielgeld etwas bringt

  1. Mit realistischer Summe üben. Starte mit dem Betrag, den du auch echt einsetzen würdest. 100.000 € Spielgeld verführen zu Positionen, die du nie eingehen würdest. TRADEX startet deshalb mit 10.000 €.
  2. Jeder Trade mit Stop-Loss. Lege vorher fest, wie viel du höchstens verlieren willst, zum Beispiel 1 % des Kontos.
  3. Regeln aufschreiben, bevor du handelst. Einstieg, Ausstieg, Positionsgröße. Danach prüfen, ob du dich daran gehalten hast.
  4. Mindestens 30 Trades auswerten, bevor du über eine Strategie urteilst. Einzelne Trades sind Zufall.
  5. Neu anfangen, wenn das Konto verspielt ist – aber erst, nachdem du verstanden hast, warum. In TRADEX setzt „Geld zurücksetzen“ das Konto auf 10.000 €.

Was TRADEX anders macht als ein Broker-Demokonto

  • Kostenloses Demokonto ohne Abo: nur Benutzername und Passwort, keine Zahlungsdaten, keine Telefonnummer, keine Ausweisprüfung.
  • Üben auch am Wochenende: Der Markt läuft mit zeitversetzt abgespielten Kursen immer, der Simulationsmodus spielt zusätzlich Übungstage im Zeitraffer ab.
  • Risiko immer sichtbar: Kontowert, freie Mittel und Margin-Level stehen oben auf jeder Seite.
  • Kein Verkaufsinteresse: TRADEX ist kein Broker und vermittelt keine Konten.

Ehrlich ist auch: TRADEX zeigt keine aktuellen Börsenkurse, sondern historische Minutenkurse ab 2019 (Quelle HistData.com), zeitversetzt abgespielt. Die Kursbewegungen sind echt, nur eben aus der Vergangenheit. Wie Punktwert, Lot und Margin beim DAX zusammenhängen, erklärt der Ratgeber DAX-CFD (DE40).

Häufige Fragen

Was ist Paper Trading?

Paper Trading heißt Handeln mit virtuellem Geld zu echten oder realistischen Kursen. Der Name kommt aus der Zeit, als Übungstrades auf Papier notiert wurden. Heute läuft es über Demokonten oder Übungsplattformen wie TRADEX.

Wie realistisch ist ein Demokonto?

Kurse, Hebel, Margin und Rechenwege können sehr realistisch sein. Nicht realistisch sind die Gefühle – Angst und Gier wirken mit echtem Geld stärker – und oft die Ausführung: Im Demokonto gibt es keine Teilausführungen, und Kursrutschungen fallen meist geringer aus.

Wie lange sollte man im Demokonto üben?

Eine feste Dauer gibt es nicht. Sinnvoller als eine Zeitspanne ist eine Mindestzahl an Trades nach festen Regeln, zum Beispiel 30 bis 50, und eine Auswertung: Wie oft wurde der Stop-Loss eingehalten, wie groß waren die Verluste im Verhältnis zu den Gewinnen?

Kann man kostenlos Trading lernen?

Ja. Begriffe, Rechenwege und Abläufe lassen sich kostenlos lernen: mit Ratgebern und einem kostenlosen Demokonto mit virtuellem Geld. TRADEX ist so ein Demokonto, ohne Abo und ohne Zahlungsdaten. Üben ohne Geld zeigt, wie Hebel und Margin wirken; ob man mit echtem Geld erfolgreich wäre, zeigt es nicht.

Bedeuten Gewinne im Demokonto, dass man echtes Geld verdienen wird?

Nein. Ergebnisse im Demokonto lassen sich nicht auf echtes Geld übertragen. Auch ein guter Zeitraum kann Glück sein, und mit hohem Hebel reicht eine stärkere Gegenbewegung, um große Teile des Kontos zu verlieren.

Selbst ausprobieren – ohne echtes Geld

In TRADEX handelst du DE40, US100 und US500 mit 10.000 € virtuellem Geld und siehst Margin, freie Mittel und Margin-Level bei jedem Trade. Kostenlos, im Browser, am PC und am Handy.

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Risikohinweis

Dieser Ratgeber erklärt Begriffe und Rechenwege. Er ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung. CFDs sind komplexe Instrumente mit hohem Verlustrisiko durch die Hebelwirkung; laut ESMA verlieren 74–89 % der Konten von Privatanlegern beim CFD-Handel Geld. Mehr im Risikohinweis.

Quellen

  1. ESMA: Pressemitteilung vom 27.03.2018 – 74–89 % der Privatkundenkonten verlieren beim CFD-Handel Geld

Demokonto-Zahlen: eigene XTB-Demokonten, Stand 17.10.2026 (virtuelles Geld).